„Nur noch schnell die Politische Bildung retten…!?“

10.10.2022 | 11:00 Uhr – 11.10.2022 | 14:30 Uhr

Kosten: €60

Fachtagung in Kooperation mit der DVPB/Hessen
Seit über 70 Jahren wird der Politische Bildung in Deutschland eine zentrale
Bedeutung im Hinblick auf den Aufbau und die Erhaltung einer demokratischen
politischen Kultur zugesprochen. Daran hat sich offenbar und oberflächlich
betrachtet nichts geändert. Im Gegenteil könnte man, gemessen an
bildungspolitischen Bekenntnissen und dem Anwachsen von Förderprogrammen,
den Eindruck gewinnen, die Bedeutung Politischer Bildung sei in den vergangenen
Jahren enorm angestiegen.

Bei näherer Betrachtung stellt sich die Lage aber komplexer dar: Seit über 20 Jahren
wird in der Fachwissenschaft und der Praxis darüber diskutiert, ob Politische Bildung
durch Demokratiepädagogik, Demokratiebildung oder Demokratieförderung
ergänzt werden muss. Bildungspolitisch und insbesondere jugendpolitisch ist diese
Diskussion mehrfach durch Elemente des Wettbewerbs und der Konkurrenz
angeheizt worden. Das mit weitem Abstand umfangreichste Förderprogramm auf
nationaler Ebene ist ein Programm der extremismuspräventiven
Demokratieförderung. Ähnliche Programme sind in allen Bundesländern aufgelegt
worden. So ist in der non-formalen Politischen Bildung bereits heute eine
umfangreiche Parallelstruktur entstanden, die nun offenbar mit einem
„Demokratiefördergesetz“ auf Dauer gestellt werden soll. Müssen wir also mit einem
andauernden Paradigmenwechsel und tiefgreifenden Strukturwandel der Politischen
Bildung rechnen?

Die fachwissenschaftliche Debatte über Ziele und Aufgaben der Politischen Bildung
ist unter diesen Rahmenbedingungen erstaunlicherweise kaum vorangekommen.
Über das Politische und die Politik als Gegenstände der Politischen Bildung wird
kaum noch diskutiert. Die Diskurse scheinen sich eher auf Fragen der politischen
Sozialisation und die Entwicklung eines demokratischen Habitus zu fokussieren.
Auch die Berichtskommission des 16. Kinder- und Jugendberichts hat sich in dieser
Gemengelage nur sehr zurückhaltend geäußert: Sie halte „eine scharfe Abgrenzung
der Begriffe Demokratiebildung und politische Bildung nicht für zielführend.“
Vor diesem Hintergrund soll mit der Tagung der Frage nachgegangen werden, was
zeitgemäße Ziele und Aufgaben Politischer Bildung sind. Was ist das Leitbild, das
Politische Bildung so unverzichtbar für den Erhalt und die Stärkung demokratischer
politischer Prozesse in Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft macht? Wenn sich
Politische Bildung als Profession hier nicht behauptet, dann ist sie – so die im Titel
der Tagung zugespitzte Hypothese – möglicherweise nicht mehr zu retten. Andere
Konzepte mit neuen Bezeichnungen und veränderter Aufgabenstellung könnten
dann die Politische Bildung als bislang unumstrittenes bildungspolitisches
Aufgabenfeld ablösen.
Das Haus am Maiberg und die DVPB Hessen laden Kolleginnen und Kollegen zu
dieser letzten Fachtagung ins Haus am Maiberg ein. Das Haus schließt am
31.12.2022.

Unserem Call for Papers aus dem März 2022 sind fast 30 Kolleg:innen aus
Hochschulen und Einrichtungen der politischen Bildung gefolgt, so dass wir auf der
Tagung mit vielen inspirierenden Thesenpapieren, kurzen Inputs und intensiven
Debatten rechnen können. Die Thesenpapiere sollen Ende September als kleine
Broschüre zur Vorbereitung an alle Teilnehmenden geschickt werden.
Nach wie vor können Sie sich mit einem Thesenpapier an der Vorbereitung und mit
einem daran orientierten Impulsvortrag aktiv an der Tagung beteiligen. Das
Thesenpapier sollte auf max. zwei Seiten Ihre zugespitzte Position zu einem Thema
der politischen Bildung deutlich machen, das an die Ausschreibung anschlussfähig
ist. Den Call for Papers finden Sie u.a. noch hier:

https://transfer-politische-bildung.de/fileadmin/user_upload/Empfehlungen/
Call_for_Papers_-_Fachtagung_Haus_am_Maiberg_10-11-10-2022.pdf

Mehr Infromationen finden sie hier auf dem Flyer.

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Details

Beginn
10.10.2022|11:00

Ende
11.10.2022|14:30

Kosten:
€60

Veranstaltungskategorien:
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Veranstalter

Benedikt Widmaier
 

Telefon:
06252 930611

E-Mail:
b.widmaier@haus-am-maiberg.de


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