Modellprojekt: Politische Partizipation als Ziel der Politischen Bildung

  • Enge Verzahnung und Kooperation von Institutionen der schulischen und außerschulischen Bildung in ganz Deutschland
  • Neue lerntheoretische Erkenntnisse zur selbstgesteuerten Partizipation von Jugendlichen
  • Regelmäßige(r) Fachaustausch und Publikation der Ergebnisse
  • Zentrale Koordination und Verwaltung im Haus am Maiberg

Ablauf

  • Beginn des Projekts im Juli 2016
  • Ende des Projekts im Dezember 2019
  • Diverse Kooperationen mit Schulen unterschiedlicher Schulformen in ganz Deutschland
  • Durchführung von je zwei außerschulischen Seminarveranstaltungen mit einer Schulklasse
Worum geht es?

Das Haus am Maiberg hat Mitte 2016 die Leitung des bundesweiten Modellprojekts „Politische Partizipation als Ziel der politischen Bildung“ übernommen. Das Projekt wurde von der Akademie entwickelt und gemeinsam mit Fachwissenschaftlern und Partnerinstitutionen vorbereitet. Es wird zwischen 2016 und 2019 von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

„Demokratie heißt, sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen.“

Max Frisch, Schriftsteller (1911 – 1991)

Was ist das Ziel?

Obwohl Partizipation oft als das „Königsziel“ der politischen Bildung beschrieben wird, kommt echtes politisches Handeln im Schulunterricht nur selten vor. Daher werden Schüler*innen in dem Projekt bei der Planung, Durchführung und Reflexion politischer Aktionen pädagogisch angeleitet und begleitet.

„[…] es ist eigentlich gar nicht so schwer, was zu machen […]“

Rückmeldung eines Teilnehmers nach einem Projektseminar

Schulische und außerschulische politische Bildung

Das Projekt wird aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert.

Aktionsorientierte Seminarformen können Zeit und Raum für die Übertragung kognitiven Wissens auf die Ebene des Handelns bieten. Dadurch könnten Bildung und Handeln künftig verstärkt zusammengedacht werden.

Durch die Methoden und Möglichkeiten der außerschulischen politischen Bildung kann Schule damit zu einem Ort werden, an dem nicht nur Wissen vermittelt, sondern reales politisches Handeln eingeübt wird. Solche gelingenden Kooperationen bringen Vorteile für beide Seiten – schulische und außerschulische Akteure.

„Das sind schon Projekte, mit denen wir in der Öffentlichkeit auftreten und uns zeigen können.“

Rückmeldung einer Teilnehmerin nach einem Projektseminar

Wissenschaftliche Begleitforschung

Das Modellprojekt wird von Forscher*innen der Heidelberg School of Education wissenschaftlich begleitet. Dies geschieht durch Methoden der Qualitativen Sozialforschung:

  • teilnehmende Beobachtungen der Seminarphasen,
  • qualitative Interviews mit Lehrer*innen und Schüler*innen,
  • Besuche der durchgeführten politischen Aktionen.

Seminargestaltung, Aktionsformen und Forschungsstand werden zwischen dem Projektteam und den jeweiligen Kooperationspartnern regelmäßig diskutiert, angepasst und ausgebaut.

Was passiert konkret?

Konkret bilden sich dabei jeweils Tandems von schulischen und außerschulischen Partnern in ganz Deutschland. Klassen oder Kurse ab Jahrgangsstufe 7 nehmen an zwei je zweitägigen außerschulischen Seminarveranstaltungen teil. Diese werden gemeinsam mit und in einer außerschulischen Bildungseinrichtung durchgeführt.

Aktionsseminar

Der Einstieg

Die pädagogische Gestaltung der Seminare orientiert sich an dem Dreischritt „Sehen – Urteilen – Handeln“.

Zum Auftakt können die Teilnehmenden:

  • sich über ihre individuellen Politikbegriffe austauschen,
  • verschiedene Partizipationsformen kennenlernen,
  • artikulieren, welche Themen und Probleme ihnen am Herzen liegen (Lebensweltorientierung),
  • und dadurch politische Themen zur weiteren Bearbeitung suchen.

Dabei stehen etwa die Fragen im Mittelpunkt, welche Themen für die Jugendlichen besonders interessant sind und in welchen Bereichen sie sich gerne persönlich engagieren möchten.

Die Schüler*innen analysieren die ausgewählten Themen, fragen nach deren politischen Ursachen und erarbeiten daraus eine oder mehrere politische Aktion(en).

Aktive Phase

Durchführung von Projekten

In der aktiven Phase bekommen die Schüler*innen Gelegenheit, gemeinsam politisch aktiv zu werden. Bandbreite und Vielfalt der möglichen politischen Aktionen sind nicht vorgegeben. So sind bisher unter anderem folgende Aktionen entstanden:

  • Umfragen zu politischen Themen
  • Veröffentlichungen (Internet, Lokalpresse, Fachmagazine)
  • Projekttage an Schulen
  • Interviews mit Geflüchteten

Reflexionsseminar

Auswertung & Abschluss

In einem abschließenden Seminar haben die Teilnehmenden die Möglichkeit zur gemeinsamen Nachbetrachtung und Weiterentwicklung:

  • Welche Aktionen wurden durchgeführt – und wie?
  • Was lief gut, was sollte verändert werden?
  • Wurde das politische Ziel erreicht?
  • Wie könnte das Thema noch stärker politisiert werden?

Inhaltsverzeichnis

Kontakt

REFERENT FÜR POLITISCHE JUGENDBILDUNG
ALEXANDER MACK M.A.

Bildungswissenschaftler

TELEFON
06252 9306 - 13

Im Mittelpunkt stehen nicht „perfekte“ politische Aktionen, sondern der gemeinsame Weg dorthin.

Alexander Mack, Projektreferent

Meilensteine 2016 bis 2019: Der Blog zum Projekt

SEPTEMBER 2019:
Bundesweite
Abschlusstagung
Zur Abschlusstagung unter dem Titel „Neutralität ist auch keine Lösung!“ kamen im September 2019 etwa 60 Teilnehmende, Praktiker*innen sowie Wissenschaftler*innen zusammen, um in Vorträgen, Workshops und Diskussionen die Forschungsergebnisse zu besprechen und einzuordnen. Dabei herrschte große Einigkeit, dass politische Bildung und politisches Handeln nicht wertneutral sein können und dürfen, wie es aktuell häufig gefordert wird. Stattdessen erweisen sich offensive Konzepte politischer Bildung als geeignet, die demokratische Experimentierräume für junge Menschen eröffnen.

Einen ausführlichen Tagungsbericht gibt's bei unseren Partner*innen von der Heidelberg School of Education.

 

JULI 2017
Heute möchten wir euch die Aktionsgruppe "Integration am Kochtopf" vorstellen: Die Jugendlichen der IGS Gerhard Ertl in Sprendlingen haben 2017 mehrere Kochnachmittage veranstaltet, um Angebote zur besseren Integration von geflüchteten Jugendlichen zu machen. Da die verwendeten Lebensmittel von Supermärkten "aussortiert" wurden, setzten die Jugendlichen außerdem ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und gwannen unter anderem einen Preis bei der "Doing Good Challenge".

 

MAI 2017
Vom 9. bis 10. Mai fand erstmals der jährliche schulisch-außerschulische Fachaustausch im Haus am Maiberg statt. Etwa 30 beteiligte Lehrer/-innen, außerschulischen Referent/-innen, Schüler/-innen und sonstige Interessierte tauschten sich in angenehmer und produktiver Atmosphäre aus und erarbeiteten Strategien und Ansätze zur Weiterentwicklung des Projekts.

JANUAR 2017
Durchführung weiterer Aktions-Seminare im Haus am Maiberg sowie von Arbeit und Leben Hessen e.V.

NOVEMBER 2016
Als eine der ersten politischen Aktionen im Modellprojekt veröffentlichen Jugendliche der Neuen Gymnasialen Oberstufe in Frankfurt einen Text in der Zeitschrift POLIS. Sie kritisieren, dass schulischer Politikunterricht nur mangelhaft mündige Bürger*innen vorbereitet, und fordern daher:

... dass im deutschen Schulsystem die politische Bildung einen höheren Stellenwert einnehmen sollte und der entsprechende Unterricht insbesondere ausgiebiger auf Wahlen vorbereiten muss.

OKTOBER 2016
Erste Aktions-Seminare
Mitte Oktober wurden die ersten Seminare mit zwei Politik-und-Wirtschafts-Kursen aus Frankfurt und Bensheim durchgeführt. Die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, Hintergründe zur angeblichen Politikverdrossenheit von Jugendlichen oder Angebote zur Integration von Geflüchteten sind nur einige der Themen, die von den jeweils etwa 20 Schüler*innen gewählt und bearbeitet wurden.

Hier gibt’s den ausführlichen Bericht zu den ersten Projektseminaren!

SEPTEMBER 2016
Start des Projekts in die aktive Phase
Die aktive Phase des Projekts wurde durch ein Treffen der Steuerungsgruppe in Bonn sowie ein Austauschtreffen aller beteiligten Lehrpersonen und außerschulischen Referent/-innen in Heppenheim eingeläutet. Dabei wurden viele inhaltliche und organisatorische Absprachen getroffen sowie zahlreiche Kontakte für die weitere Zusammenarbeit geknüpft.

JULI 2016
Beginn des Projekts
Zu Beginn des Schuljahrs 2016/17 ist das dreijährige Modellprojekt „Politische Partizipation als Ziel der Politischen Bildung“ gestartet, indem der Projektleiter Alexander Mack seine Arbeit im Haus am Maiberg aufgenommen hat.

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