Politische Jugendbildung

Wir wissen, dass sich außerschulische Bildungsarbeit in Zeiten von COVID-19 vor dem Hintergrund unzähliger Herausforderungen im Bildungssektor äußerst komplex gestaltet, und unterstützen die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung zur Eindämmung der Pandemie, durch die unsere gewohnte Seminarpraxis in weiter Entfernung scheint.

Mit Blick auf krude Verschwörungstheorien und zunehmende Zweifel an der Demokratie erscheinen politische Bildung, die Möglichkeit zur Diskussion und Beteiligung am politischen Geschehen jedoch wichtiger denn je. Melden Sie sich daher gerne bei uns, um über - digitale oder analoge - Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in diesen herausfordernden Zeiten zu sprechen!

Das Modellprojekt „Politische Partizipation als Ziel der politischen Bildung“ wurde im Zeitraum von Juli 2016 bis Dezember 2019 vom Haus am Maiberg durchgeführt und durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Obwohl Partizipation oft als das „Königsziel“ der politischen Bildung beschrieben wird, kommt echtes politisches Handeln im Schulunterricht nur selten vor. Daher werden Schüler*innen in dem Projekt bei der Planung, Durchführung und Reflexion politischer Aktionen pädagogisch angeleitet und begleitet. Durch das Praxisforschungsprojekt sollten Erfahrungen darüber generiert werden, unter welchen strukturellen, didaktischen und methodischen Bedingungen die Anleitung, Durchführung und Reflexion politischer Aktivitäten von Jugendlichen in schulischen Kontexten möglich ist.

Auch nach dem Ende des Projekts sollen weiterhin Seminare in der hier entwickelten und erprobten Methodik durchgeführt werden, um politische Partizipation in außerschulischen Settings zu fördern. Bei Interesse steht die Projektleitung gerne zur Verfügung.

  • Das Politische liegt praktisch auf der Straße - oder nicht?! Es begegnet uns im Alltag, in der Schule, zu Hause, im Netz, im Sport - überall. Aber vielleicht ist es nicht auf den ersten Blick sichtbar. Wir möchten mit unserer Jugendbildung dazu beitragen, dass junge Menschen das Politische in ihrem Umfeld sehen und entdecken.
  • Junge Menschen haben etwas zu sagen. Wir möchten mit der Politischen Jugendbildung im Haus am Maiberg dazu beitragen, dass sie sich eine eigene, differenzierte Meinung bilden und dass diese Gehör findet.
  • Multiplikator*innen lernen, wie sie ihr Wissen in der Politischen Jugendbildung vertiefen und (peer-to-peer) an junge Menschen weitergeben können.
Worum geht es?

Politische Jugendbildung hat in Deutschland nach 1945 eine bedeutende Tradition. Unmittelbar nach Ende von Krieg und nationalsozialistischer Diktatur forderten die Siegermächte eine Reeducation, eine Umerziehung der Deutschen zur Demokratie. Anfang der 1950er-Jahre wurden dann in der Bundesrepublik erste Förderprogramme für politische Bildung aufgelegt und Institutionen der politischen Bildung gegründet.
Fast alle gesellschaftlichen Gruppen sahen sich in der historischen Verantwortung, in der Jugend- und Erwachsenenbildung auch einen Schwerpunkt in der demokratischen politischen Bildung zu setzen. In diesem historischen Kontext ist auch das Haus am Maiberg als Bildungsort zu sehen, das 1955 seinen Betrieb als „Erwachsenenbildungsheim“ aufnahm.
Später wurde im Haus am Maiberg ein eigenes Referat politische Jugendbildung aufgebaut. Heute ist die Jugendbildung ein Schwerpunkt der politischen Bildung im Haus am Maiberg, verstärkt durch zahlreiche Projekte, kommunale und internationale Angebote und Angebote der Extremismusberatung und Demokratieförderung.

Das sind unsere Ziele

Mit dem Dreiklang „Sehen – Urteilen – Handeln“ werden Ziele und Aufgaben der politischen Jugendbildung gut auf den Punkt gebracht. Es geht darum, politische Fragen und Herausforderungen zu analysieren. Teilnehmer*innen sollen die politischen Gegebenheiten sachgerecht und kritisch beurteilen können und ihre eigene Position dazu finden. Am Ende des Bildungsprozesses sollen Haltungen und Handlungswege deutlich werden. Bestenfalls wird politisches Handeln angeregt und möglich.

Die Methoden der politischen Bildung sind handlungs- und erfahrungsorientiert und schließen immer eine  umfangreiche Reflexion und Auswertung eigener Erfahrungen ein. Dazu gehört auch der Perspektivwechsel mit Übungen, in  denen die Teilnehmer*innen in verschiedene Rollen schlüpfen.

Der Luxus ein politisches Thema ohne Bewertungskontext und ohne Begrenzung durch einen 45-Minuten-Takt bearbeiten zu können, fällt auch den Jugendlichen schnell auf. So können politisch kontroverse Fragen tiefergehend diskutiert werden.

Schwerpunkte und Themen

In Workshops, Seminaren und Exkursionen beschäftigen wir uns mit vielfältigen und aktuellen gesellschaftlichen sowie politischen Themen. Je nach Zielgruppe und Setting arbeiten wir mit unterschiedlichen Methoden.

Partizipation vor Ort: Schüler*innenvertretungen (SV, SMV)

Seminare für Schüler*innenvertretungen unter anderem mit den Themen

  • Rechte und Pflichten
  • Kommunikation und Arbeitsweise
  • Mitbestimmung in der Schule
  • Das Politische in der S(M)V-Arbeit

Insgesamt bietet dieses Seminar eine Anregung zur demokratischen und politischen Mitgestaltung eines zentralen Orts jugendlichen Lebens.

Compassion - Soziales Engagement politisch denken

Compassion-Seminare werden im Nachgang zu einem Sozialpraktikum in der Schule angeboten. Hier reflektieren die Jugendlichen das soziale Engagement und fragen nach Zusammenhängen zwischen ihrem sozialen Engagement und politischen Themen. Dabei wird deutlich, wie stark soziale Fragen von vorgelagerten politischen Entscheidungen und damit Macht und Herrschaft abhängen. Im Gespräch mit Expert*innen und Politiker*innen hinterfragen die Teilnehmenden bestehende Verhältnisse und kommen in einen Austausch darüber, wie Dinge vor Ort verändert werden können.

Zivilcourage sowie diskriminierungskritische Bildung

Wir bieten Workshops und Seminare zur Zivilcourage sowie zu verschiedenen Formen von Diskriminierung wie zum Beispiel Homophobie, Antiziganismus und Sexismus an. Diskriminierung wird dabei in Ursache und Wirkungsweise untersucht. Die Teilnehmenden reflektieren und überdenken ihre eigene Positionen und Einstellungen. Wir regen dazu an, auch Handlungsmöglichkeiten hin zu einer menschenfreundlichen Gesellschaft zu entwickeln.

Verschwörung - nicht mit uns!

Hat Bill Gates das Corona-Virus erfunden? Gibt es bald Zwangs-Impfungen für alle Bürger*innen? Und was hat es mit den Kondensstreifen von Flugzeugen auf sich?

Verschwörungstheorien bieten einfache Antworten auf komplexe Fragen und finden daher gerade in schwierigen gesellschaftlichen Situationen viel Zulauf. Dieses Phänomen wurde durch die Corona-Pandemie verstärkt: bei sogenannten "Hyiene-Demos" werden haltlose Theorien verbreitet, die eine Gefahr für unsere Demokratie darstellen können.

Doch wo verläuft die Grenze zwischen berechtigter, demokratisch legitimierter Kritik und haltlosen, gefährlichen Verschwörungstheorien? Das und mehr erarbeiten wir gemeinsam mit den Teilnehmenden in unseren Seminaren zu diesem aktuellen Thema, das klassisch vor Ort oder digital als Online-Kurs mit Gruppen von fünf bis 25 Personen durchgeführt werden kann. Am Ende überlegen wir gemeinsam, mit welchen Strategien wir im - analogen und digitalen - Alltag auf Verschwörungstheorien reagieren können.

Kommunale Jugendbildung

In Kooperation mit dem Kreis Bergstraße ist das das Haus am Maiberg Teil des Kommunalen Jugendbildungswerks und bietet regionale Jugendbildung an. Die Aktivitäten sind Teil der vom Land Hessen geförderten politischen Bildung im kommunalen Raum. Es geht vor allem darum, kommunale (Demokratie-)Projekte zu entwickeln, zu fördern und zu begleiten.

Mit der kommunalen Bildungsarbeit sollen politische Aktivitäten von jungen Menschen unterstützt werden. So steht das Haus am Maiberg mit zahlreichen Jugendräten im Kreis in Kontakt, vernetzt diese und bietet ihnen eine  bedarfsgerechte Weiterbildung an.

Ein wichtiges Ziel der politischen Jugendbildung wird hier besonders deutlich: Engagement und Partizipation vor Ort zu begleiten und zu unterstützen. So soll Interesse an Politik geweckt und der Einfluss von Jugendlichen auf politische Entscheidungen gestärkt werden. 

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Kontakt

HANNE KLEINEMAS M.A.
REFERENTIN FÜR POLITISCHE JUGENDBILDUNG
Interkulturelle Kommunikation und Europastudien

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06252 9306 - 18

E-MAIL
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ALEXANDER MACK M.A.
REFERENT FÜR POLITISCHE JUGENDBILDUNG

Bildungswissenschaftler

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ANNICK BREITENBACH
FREIWILLIGES SOZIALES JAHR (FSJ)

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