Politische Partizipation als Ziel der politischen Bildung
Modellprojekt 2016-2019

AKTUELLES

Oktober 2016: Durchführung der ersten Aktions-Seminare

Mitte Oktober wurden die ersten Seminare mit zwei Politik-und-Wirtschafts-Kursen aus Frankfurt und Bensheim durchgeführt. Bei diesen sogenannten Aktions-Seminaren hatten die Schüler*innen die Möglichkeit, zu selbstgewählten Themen politische Aktionen zu planen und anschließend durchzuführen. Die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, Hintergründe zur Partizipationsverdrossenheit von Jugendlichen oder Angebote zur Integration von Geflüchteten
sind nur einige der Themen, die von den jeweils etwa 20 Schüler*innen gewählt und bearbeitet wurden.

Hier gibt’s den ausführlichen Bericht zu den ersten Projektseminaren!

September 2016: Start des Projekts in die aktive Phase

Die aktive Phase des Projekts wurde durch ein Treffen der Steuerungsgruppe in Bonn sowie ein Austauschtreffen aller beteiligten Lehrpersonen und außerschulischen Referent*innen in Heppenheim eingeläutet. Dabei wurden viele inhaltliche und organisatorische Absprachen getroffen sowie zahlreiche Kontakte für die weitere Zusammenarbeit geknüpft.

Juli 2016: Beginn des Projekts

Zu Beginn des Schuljahrs 2016/17 ist das dreijährige Modellprojekt „Politische Partizipation als Ziel der Politischen Bildung“ gestartet, indem der Projektleiter Alexander Mack seine Arbeit im Haus am Maiberg aufgenommen hat.

INFOS ZUM PROJEKT

Worum geht es?

Die Vermittlung von politischem Wissen und die Realität politischen Handelns finden häufig getrennt voneinander statt: Schulunterricht zielt aufgrund institutioneller Voraussetzungen häufig auf Wissensvermittlung sowie kognitive Urteilsbildung ab und bietet den Schüler*innen nur wenig Einstiegsmöglichkeiten in politische Praxis. Die außerschulische politische Bildung arbeitet meist mit Methoden und Simulationen gegen die zunehmende Partizipationsverdrossenheit von Jugendlichen, hat jedoch kaum lerntheoretische Erfahrungen über „echtes“, nicht simuliertes Handeln. In beiden Bereichen – schulische und außerschulische politische Bildung – steht die im Beutelsbacher Konsens formulierte Forderung im Mittelpunkt, dass politische Bildung ihre Teilnehmer*innen bei der Diskussion kontroverser Themen und auf dem Weg zum handelnden Subjekt nicht zur Adaption einer bestimmten Meinung überwältigen darf.

Was ist das Ziel?

Im Modellprojekt „Politische Partizipation als Ziel der politischen Bildung“, dessen Laufzeit von 2016 bis 2019 geplant ist, sollen durch eine enge Verzahnung von Institutionen der schulischen und außerschulischen Bildung und die Verknüpfung der Kompetenzen beider Disziplinen neue lerntheoretische Erfahrungen zur selbstgesteuerten Partizipation von Jugendlichen generiert werden. Im Mittelpunkt stehen nicht politische, sondern pädagogische Ziele, wie etwa die Entwicklung neuer Methoden für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Durch regelmäßigen Fachaustausch und Publikation der Ergebnisse soll die Nachhaltigkeit des Projekts garantiert werden.

Was passiert konkret?

Je eine Klasse unterschiedlicher Schulformen ab Jahrgangsstufe 7 nimmt an zwei je zweitägigen außerschulischen Seminarveranstaltungen teil, die gemeinsam mit einer außerschulischen Bildungseinrichtung durchgeführt werden:

Im ersten, dem „Aktions-Seminar“, sollen Inhalte aus dem schulischen politischen Unterricht von den Schüler*innen aufgegriffen und aus persönlicher, je individueller Perspektive beleuchtet werden. Dabei stehen die Fragen im Mittelpunkt, welche Themen für die Jugendlichen besonders interessant sind und in welchen Bereichen sie sich gerne persönlich engagieren möchten.

Anschließend haben die Schüler*innen Gelegenheit, zu einem von ihnen gewählten Thema gemeinsam politisch aktiv zu werden, wobei Bandbreite und Vielfalt der möglichen politischen Aktionen nicht vorgegeben sind.

In einem abschließenden „Reflexions-Seminar“ werden die Teilnehmenden die Möglichkeit zur gemeinsamen Nachbetrachtung haben: Dabei soll untersucht werden, ob die freie Auswahl von Thema und Art der Aktion sowie das aktive politische Handeln den Blick auf politische Beteiligungsprozesse und den Willen der Schüler*innen zu weiterer politischer Partizipation stärken konnten.

Wer ist beteiligt?

Das Projekt wird aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert und ist eine Kooperation folgender Einrichtungen der außerschulischen politischen Bildung und Schulen unterschiedlicher Schulformen aus ganz Deutschland:

  • Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke (AKSB)
  • Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB)
  • Bundesausschuss Politische Bildung e.V. (bap)
  • Bundesarbeitskreis „Arbeit und Leben“
  • Deutsche Vereinigung für politische Bildung (DVPB)
  • Heidelberg School of Education
  • Transferstelle politische Bildung
  • Einrichtungen der außerschulischen politischen Bildung
  • Schulen aus Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz
  • Berufliche Schulen am Gradierwerk, Bad Nauheim
  • Ev. Trifels Gymnasium, Annweiler
  • Geschwister Scholl Schule, Bensheim
  • Gymnasium am Römerkastell, Bad Kreuznach
  • Gymnasium zu St. Katharinen, Oppenheim
  • Heinrich Metzendorf Schule, Bensheim
  • IGS Gerhard Ertl, Sprendlingen
  • IGS Schillerschule, Offenbach
  • Neue gymnasiale Oberstufe der Max-Beckmann-Schule, Frankfurt am Main
  • Offene Schule Kassel-Waldau
  • Reuchlin-Schule, Realschule Bad Liebenzell
  • Starkenburg Gymnasium, Heppenheim

(Stand: Oktober 2016)

Wissenschaftliche Begleitung des Projekts:

Dr. Alexander Wohnig, Heidelberg School of Education

Projektleitung:

Alexander Mack, Referent für politische Jugendbildung im Haus am Maiberg
Tel.: 06252 9306-13
a.mack(at)haus-am-maiberg.de

Interessierte Schulen unterschiedlicher Schulformen und Einrichtungen der außerschulischen politischen Bildung sind herzlich zur Teilnahme am Projekt eingeladen. Ein Einstieg ins Projekt ist während der gesamten Projektlaufzeit möglich. Für weitere Informationen und Rückfragen steht Alexander Mack gerne zur Verfügung.

Material:

Projektzeitplan 2016 bis 2019

Informationen für teilnehmende Bildungsstätten

Informationen für teilnehmende Schulen