Politische und soziale Erwachsenenbildung

  • Menschen gestalten ab Mitte 50 (!) den Übergang vom Beruf in den Ruhestand und nutzen ihre Potentiale im „dritten Lebensalter“.
  • „Neue Wege gehen“: Die Zielgruppe der Senioren*innen erkundet neue Horizonte.
  • Sozialethiker*innen und ihre Kolleg*innen aus den sozial- und politikwissenschaftlichen Fakultäten pflegen den interdisziplinären Dialog auf hohem Niveau.
  • Mit unserem Bildungsangebot leistet die Akademie ihren Beitrag für eine lebendige Demokratie in Deutschland und Europa.
Worum geht es?

Das Haus am Maiberg ist ein besonderer Lernort. Hier wird politische und soziale Bildung für junge und ältere Erwachsene angeboten. Das ist der Anspruch politischer Bildung: den Horizont über gesellschaftliche Zusammenhänge zu erweitern, den Zeitgeistern auf die Spur zu kommen, die Urteilsfähigkeit zu stärken und zum gesellschaftlich-politischen Engagement zu motivieren, damit unsere liberale, offene und demokratische Gesellschaftsform gesichert wird.

Entsprechend formuliert das Vatikanische Konzil in der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ (GS), dass die Kirche „allzeit die Pflicht hat, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten“ (GS 4). Danach sind die Christen sowie alle Menschen „guten Willens“ (GS 1) dazu angehalten „die so notwendige staatsbürgerliche und politische Erziehung eifrig zu pflegen, so dass alle Bürger am Leben der politischen Gemeinschaft teilnehmen können“ (GS 75).

„Demokratie ist die einzige Gesellschaftsform, die erlernt werden muss.“

Oskar Negt, Sozialphilosoph

Was ist das Ziel?

Die politische Erwachsenenbildung unserer Akademie ist nach zwei Schwerpunkten ausgerichtet: Zum einen orientiert sie sich an der Tradition des Hauses und den Schwerpunkten, wie sie im Leitbild festgelegt sind: Arbeit, Medien, Europa, Globalisierung und Partizipation.

Zum anderen bringen die Kooperationspartner ihre Themen mit. So nähert sich die Martin Buber-Gesellschaft dem umfangreichen Werk des jüdischen Religionsphilosophen. Das Referat Berufs- und Arbeitswelt des Bistums Mainz, mit dem das Haus seit der Gründung 1955 zusammenarbeitet, blickt auf den (digitalen) Wandel in der Arbeitswelt bis hin zur Erwerbslosigkeit oder problematisiert die Entgrenzung von Berufs- und Privatsphäre und kämpft um den freien Sonntag. Die Partner im Themenfeld Migration und Integration werfen die Frage auf, wie in einer Einwanderungsgesellschaft Gesellschaft gestaltet werden kann.

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Martin Buber, Jüdischer Religionsphilosoph (1878 – 1965)

Schwerpunkte

Drei Schwerpunkte der Erwachsenenbildung sollen hier besonders akzentuiert werden:

50plus-aktiv

Senioren*innen organisieren ihr Leben selber
Über eine „LernWerkstatt 50plus“ und das folgende bundesweite Projekt „Lernen 2000+ – Initiative für eine neue Lernkultur“ (2000 – 2002) begann die Erfolgsgeschichte der Initiative „50plus-aktiv an der Bergstraße“. Menschen gestalten ab Mitte 50 (!) den Übergang vom Beruf in den Ruhestand und nutzen ihre Potentiale im „dritten Lebensalter“.

Anfangs mit Unterstützung der Akademie organisieren sie „Aktiv-Gruppen“ wie Geschichte, Literatur, Malen, Politik und Wirtschaft, Medien, Spiritualität, Wandern oder MINT-Themen.

„Altwerden ist nichts für Feiglinge.“

Mae West, Schauspielerin (1893 – 1980)

Erkundungsreisen

Reisen bildet, besonders an den „Rändern“
Unter der Überschrift „Neue Wege gehen“ war die Zielgruppe der Senior*innen daran interessiert, neue Horizonte zu erkunden. Länder wurden bereist: Tschechien, Polen, Rumänien, Bulgarien, Frankreich, BeNeLux waren einige erste Ziele, die um die Ukraine, Georgien und Armenien ergänzt wurden. Die Erkundungsreisen gingen sogar bis ins globale Lernen nach Kolumbien und Costa Rica. Auch das Format Bildungsurlaub für Arbeitnehmer*innen findet in diesem Sinne gute Resonanz.

Besondere Zielgruppen

Theorie und Praxis – Zwei Seiten guter Bildungsarbeit
In der politischen Erwachsenenbildung im Haus am Maiberg gibt es Veranstaltungen für bestimmte Zielgruppen. Genannt seien deutsche und tschechische Lehrer*innen, die seit über 20 Jahren Themen der politischen Bildung aufgreifen.

Polizist*innen werden über die Katholische Polizeiseelsorge gewonnen, Männer für Männer-Seminare und Palaver-Abende („Männer altern anders – das Beste kommt noch!“). Schließlich gibt es seit 2011 die Heppenheimer Tage zur christlichen Gesellschaftsethik, wo (nicht nur) katholische Sozialethiker*innen mit ihren Kolleg*innen aus den sozial- und politikwissenschaftlichen Fakultäten den interdisziplinären Dialog auf hohem Niveau pflegen.

Bildung am Puls der Zeit als „Unterbrechung“

Methodische und kreative Vielfalt
Jede Generation ist gehalten, eine offene demokratische Kultur innovativ wachsen zu lassen. Dazu bedarf es der Reflexion, der Vergewisserung und Planung – eben das bieten Seminare der politischen Bildung. Im Haus am Maiberg gibt es viele Formate der politischen Bildung, je nach Zielgruppe, Thema und den damit verbundenen methodischen Möglichkeiten. Fach- und Akademietagungen, Workshops bzw. Werkstätten, Foren, Erkundungsreisen, Bildungsurlaube oder Short-Study-Visits sind immer auch Unterbrechungen des Alltags.

Mit unserem Bildungsangebot für junge und ältere Erwachsene leistet die Akademie so einen Beitrag für eine lebendige Demokratie in Deutschland und Europa. Nur wer politische Bildung sät, wird demokratische Früchte ernten können.

„Die kürzeste Definition von Religion: Unterbrechung.“

Johann Baptist Metz, Theologe

Inhaltsverzeichnis

Ansprechpartner

REFERENT FÜR POLITISCHE ERWACHSENENBILDUNG

TITUS MÖLLENBECK
Dipl. Theologe und Dipl. Pädagoge

TELEFON
06252 9306 - 12

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